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Kobolde hatten sich zu einem zusammengefunden. Höhepunkt dieser Versammlung bildete wie immer das Aushecken der Gemeinheit des Jahres. Dabei ging es ihnen darum jemandem einen Streich zu spielen oder ihn zu ärgern. Die Kobolde wollten einen ganz besonderen Scherz aushecken und grübelten lange.
Privatkredit "Ich hab's!" rief schließlich einer von ihnen wir stehlen Weihnachten! Was soll denn das wieder heissen? fragten ihn die anderen.
"Wir verfügen doch über gewisse Zauberkräfte" meinte der Kobold so zaubern wir ganz einfach das Weihnachtsfest weg.
"Fein!" riefen die anderen Kobolde ah, ist das schön, oh, ist das gemein!
So geschah es. Als die Familie Rutishauser vor dem erleuchteten Christbaum saß und das erste Weihnachtslied sang war dieser - schwupps - weg! Rutishausers wollten gerade laut aufschreien - schwupps - da waren auch die Geschenke weg und die schönen . Unter dem Sofa lagen drei Kobolde und hielten sich die Bäuche vor Lachen. Familie Rutishauser konnte nichts hören denn Kobolde lachen in so ausserordentlich hohen Tonlagen daß sie das menschliche Ohr nicht wahrnehmen kann.
"Oh ist das schön oh ist das gemein!" jauchzten sie.
Karin und Simon die beiden Kinder von Rutishausers heulten. Sie waren ganz durcheinander. Auch die Eltern konnten nicht begreifen was geschehen war.
Der Vater fluchte und die Mutter versuchte die Situation zu retten indem sie sagte:
"Was es auch immer gewesen ist es hat keinen Sinn sich aufzuregen und zu weinen. Kommt wir wollen uns an den Tisch setzen und das gute Essen genießen!"
Doch da täuschte sich Frau Rutishauser denn in der Küche hatten die Kobolde auch schon zugeschlagen. Einer zauberte die Entrecótes weg ein anderer die alte Flasche Bordeaux ein dritter das Dessert und ein vierter den Traubensaft den die Kinder so hassten und den es nur an großen Festtagen gab. In das Geheul der Kinder mischte sich nun auch die gereizte Stimme der Mutter. Sie dachte selbstverständlich ihr Mann sei an allem schuld. Als aufgeklärte Frau hatte sie keine Ahnung von der Existenz von . Alle wurden aufeinander wütend. So kam es daß die Kinder immer lauter weinten und heulten während die Eltern sich anbrüllten und gegenseitig aufforderten dem Theater ein Ende zu machen. Unterdessen bildeten die sieben Kobolde im Wohnzimmer einen Kreis und tanzten vor Freude.
"Herrlich schön so richtig gemein!" sangen sie. Ein schreckliches Weihnachtsfest!
Doch zum Glück hatte eine gute Fee - das gibt's auch heute noch - von den Plänen der sieben Kobolde gehört. Sie schwebte gerade im richtigen Augenblick zu Rutishausers. Ein schwacher Schimmer umgab die Fee was Rutishausers ein entzücktes "Oh!" entlockte. Die sieben Kobolde verschwanden sofort denn sie können Feen nicht ausstehen.
"Liebe Karin lieber Simon ihr lieben Eltern" flötete die Fee ihr seid das Opfer der gemeinen Kobolde geworden. Doch jetzt sind sie verschwunden, und ich bin gekommen, um euch zu helfen!
War das eine Freude und ein Aufatmen.
"Her mit dem Fleisch!" rief der Vater ich habe Hunger! Wo sind die Geschenke? riefen die Kinder.
"Halt halt!" erwiderte die Fee auch meine Kräfte sind beschränkt. Ich kann euch nicht alles herbeizaubern. Es waren leider sieben Kobolde und jeder hat etwas weggezaubert. Ihr müßt euch nun für dasjenige entscheiden, was euch am liebsten ist.
"Geht in Ordnung" rief wir wollen die Geschenke!
"Hier befehle ich!" sagte der Vater ich will den alten Bordeaux. Ein Einundsechziger. So eine Flasche kostet ein Vermögen.
"Und der Christbaum?" flüsterte die Mutter.
"Der ist in einer Woche reif für die Müllabfuhr" meinte Karin trocken ich will mein Geschenk!
Jetzt fing der Krach von neuem an. Rutishausers konnten sich nicht einigen.
"Soll ich wieder gehen?" fragte die Fee schüchtern.
Das brachte die Familie zur Besinnung.
"Bleiben Sie gute Fee wie immer Sie auch heißen mögen!" bat der Vater.
"Können Sie auch Dinge zaubern die vorher gar nicht da waren?" fragte die Mutter.
"Nur wenn sie zum Schlechten dienen!" erwiderte die Fee.
"Herrlich!" rief wir wünschen uns eine Million. Dann können wir uns einen Wald an Christbäumen kaufen meinte er vergnügt.
"Eine Million" flüsterte die Mutter.
"Und erst noch steuerfrei" ergänzte der Vater.
"Tut mir leid es geht nicht" antwortete die Fee.
"Was heißt 'geht nicht'?" fragte der Vater.
"Die Erfahrung zeigt daß die Menschen mit Geld nichts Vernünftiges tun. Darum können wir Feen kein Geld herbeizaubern. Ihr müßt euch etwas anderes wünschen."
'Wir wünschen uns ewige Gesundheit" rief die Mutter.
"Dafür bin ich nicht zuständig" erwiderte die Fee.
"Was dürfen wir denn wünschen?" fragte der Großvater verärgert.
"Irgendetwas Vernünftiges" meinte die Fee.
"Ich hab's!" rief die Mutter wären Sie so lieb, uns Weihnachten herbeizuzaubern? "Das sollte gehen" sagte die Fee.
"Gut wir wünschen uns Weihnachten" erklärte die Mutter mit einer Stimme bei der es nichts zu widersprechen gab dann wissen wir endlich einmal, was das ist.
Und so kam es daß Rutishausers Weihnachten hatten - ohne Christbaum Geschenke und gutes Essen feierten sie Weihnachten. Wie haben sie das gemacht? Das bleibt ein Geheimnis. Aber Rutishausers schwören darauf daß sie 'richtig' Weihnachten gefeiert haben. Und seither sei jeder Tag wie Weihnachten.




Eine 100 Jahre alte Antwort für Erwachsene und Kinder macht auch heute noch nachdenklich:
Gibt es einen ?
Es war am 20.Dezember 1897, als in der New Yorker Zeitung "The Sun" folgender Brief der achtjährigen Virginia O'Hanlon aus New York eintraf:
Sehr geehrter Herr Redakteur! Viele meiner Freunde sagen, daß es gar keinen Weihnachtsmann gibt. Papa meinte, ich solle bei der "Sun" nachfragen. Die Leute dort wüßten so ziemlich alles. Bitte sagen Sie mir die Wahrheit! Gibt es einen Weihnachtsmann?
Der Chefredakteur, Frank P. Church, schrieb der kleinen Virginia folgenden Antwortbrief:
Meine liebe kleine Virginia! Ich glaube nicht, daß Deine Freunde recht haben.
Allerdings leben sie in einem Zeitalter, das den Zweifel auf seine Fahnen geschrieben hat. Wir wollen heute nur glauben, was wir sehen und begreifen können. Deine Freunde sollten jedoch nicht vergessen, daß unsere scheinbar so große Welt nur einen ganz kleinen Punkt des riesigen Weltalls darstellt, und daß wir Leute über ein Wissen von diesem All verfügen, das die Erkenntnis einer Ameise mit dem Stolz eines Elefanten verbindet. Ja, liebe Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann! Gäbe es ihn nicht, so wäre es traurig um uns bestellt. Du kannst die Liebe Deiner Eltern auch nicht sehen und begreifen. Aber gibt es darum diese Liebe nicht? Deine Freunde werden auch bemerken, daß es keine Elfen und Feen gäbe. Doch warte nur zehn Jahre, denn heute kannst Du das noch nicht verstehen. Vielleicht stehst Du dann an der Seite eines geliebten Menschen in einer stillen Sommernacht vor einer vom Mondschein versilberten Wiese und siehst die Elfenkönigin mit ihren Elfen tanzen. Am nächsten Morgen würdest Du mit wachen Augen vergeblich nach den Eindrücken ihrer kleinen Füße im Grase suchen - aber trotzdem waren sie da! Dein Vater könnte nun mehrere Beamte der New Yorker Wach- und Schließgesellschaft bestellen, damit sie Euren Kamin in der Weihnachtszeit bewachten. Sie würden Dir am Weihnachtsmorgen nur berichten können, daß kein Weihnachtsmann den Kamin hinuntergefahren sei. Was würde das beweisen? Trotzdem lägen auf Deinem Platz unter dem Christbaum Gaben der Liebe, die viele Deiner Wünsche erfüllten. Die schönsten Dinge dieser Welt kann man nicht sehen und begreifen... Und von diesem Glauben leben unsere Dichter, leben unsere Träume. Wie bitter und öde wäre die Welt, wenn wir nicht mehr träumen könnten oder dürften! Auch Du warst einmal ganz klein und hattest Deine Freude an einer Kinderklapper. Wie oft magst Du Dich damals gefragt haben, was eigentlich das Klappern bewirkte. Und eines Tages war es Dir dann gelungen, Deine Klapper kaputtzumachen. Enttäuscht hast Du sie wohl fortgeworfen, denn hinter dem Dich lockenden Geheimnis standen nur ein paar scheinbar, nichtssagende, kleine Zelluloidkugeln. So ging Dir mit der Entzauberung des seine Schönheit verloren. Sage Deinen Freunden, daß man ein Geheimnis nie vorzeitig enthüllen darf, daß man in die unsichtbaren Sachen dieser Welt hineinwachsen, in sie hineinreifen muß.Du darfst uns glauben... noch in Tausenden und Zehntausenden von Jahren wird der Weihnachtsmann die Kinderherzen höher schlagen lassen! Mit den besten Weihnachtswünschen Deine Zeitung "The Sun"